Dozenten » Dr. Markus Iff
Dr. Markus Iff

Dozent für Systematische Theologie
(Religionsphilosophie, Dogmatik und Ethik)
|
| Studium der Evangelischen Theologie am Theologischen Seminar Ewersbach und an der Philipps-Universität Marburg mit erstem theologischen Examen |
| 1993-1994 | Pastor der Freien evangelischen Gemeinden Dautphe und Dautphetal-Holzhausen |
| 1995-2003 | Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Düsseldorf |
| 1998-2001 | Gaststudium an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal mit den Schwerpunkten Systematische Theologie und Altes Testament |
| 2003-2005 | Dozent für Altes Testament und Hebräisch am Theologischen Seminar in Dietzhölztal-Ewersbach |
| Seit 2006 | Dozent für Systematische Theologie |
| 2006-2009 | Promotion zum Dr. theol. an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena |
| Seit 2011 | Beginn der Habilitation an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal |
Veröffentlichungen
Monografien
Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Theologiegeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Theologische Bibliothek Töpelmann 154), Berlin/New York: De Gruyter 2011.
Aufsätze und Beiträge zu Sammelwerken (in Auswahl):
Gewalt und Unheil - dunkle Seiten in Gott? Herausforderungen für das Gottesverständnis des christlichen Glaubens, in: Gottesbilder. Theologische Impulse 13, Witten 2006, 7–44.
Schöpfung und Kosmologie. Ein Beitrag zu Grund und Grenze des Dialogs von Theologie und Naturwissenschaft, in: ThGespr 32/2008, 107–125.
Zum Verständnis des Pastorendienstes in Freien evangelischen Gemeinden, in: Theologische Impulse 15, Witten 2008, 150–179.
Der Pastor zwischen Ältestendienst und Apostolizität. Ein fundamentaltheologischer Beitrag zu einem freikirchlichen Pastorenverständnis in freikirchlicher Perspektive, in: Der Pastor und die Gemeinde, ThGespr 2009, Beiheft 11, 46–61.
Gotteswort und Menschenwort. Johannes Calvins theologische Hermeneutik und das gegenwärtige Verhältnis von Bibelfrömmigkeit und kritischer Schriftauslegung, in: ThGespr 34/2010, 17–30.
„Der psychologische Vorgang in der Religion“ – ein Beitrag zur religionspsychologischen Verankerung der theologischen Anthropologie im Anschluss an Richard A. Lipsius, in: Ders./J. van Oorschot (Hg.), Der Mensch als Thema theologischer Anthropologie, BThSt 111, Neukirchen-Vluyn 2010, 87–113.
Die historische Jesusforschung und ihre dogmatischen Implikationen. Responsion. In: V. Spangenberg/A. Heinze (Hg.), Der historische Jesus im Spannungsfeld von Glaube und Geschichte, Leipzig 2010, 35–40.
Eschatologisches Denken und apokalyptisches Geschichtsbild, in: Zwischen Angst und Hoffnung. Aspekte christlicher Endzeiterwartung, Theologische Impulse 21, Witten 2010, 7–33.
„Für uns gestorben“ – Anfragen und Grundlagen zur Heilsbedeutung des Todes Jesu Christi, in: ThGespr 2/2011, 67-94.
Was sind Freie evangelische Gemeinden? Systematisch-theologische Grundzüge zum Selbstverständnis, in: Theologische Impulse 17, Witten 2011, 138–168.
Im Geiste Christi stehen – Katholizität und Apostolizität der Kirche aus der Sicht des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, in: Ursprung und Sendung. Apostolizität und Katholizität in freikirchlicher und römisch-katholischer Sicht, Paderborn-Göttingen 2011, 153–178.
Die einheitliche Weltanschauung – Zur wissenschaftstheoretischen Verankerung der Theologie im Anschluss an Richard A. Lipsius, in: Glaube und Denken. Jahrbuch der Karl-Heim-Gesellschaft 24 (2011), 145–160.
Herausgeberschaften und Mitgliedschaften
M. Iff/J. van Oorschot (Hg.), Der Mensch als Thema theologischer Anthropologie. Beiträge in interdisziplinärer Perspektive, BThSt 111, Neukirchen-Vluyn 2010.
Theologisches Gespräch. Freikirchliche Beiträge zur Theologie. Zeitschrift im J.G. Oncken Verlag Kassel (seit Jahrgang 24/2000 zusammen mit dem Bundesverlag Witten; ISBN 1431 200X): Mitherausgeber seit Jg. 30/2006.
Evangelium und Wissenschaft. Beiträge zum interdisziplinären Gespräch. Hg.: Karl-Heim-Gesellschaft. Redaktionsmitglied seit Heft 1/2010.
Aufsätze und Bibelarbeiten für Gemeinde und Erwachsenenbildung
Bibelarbeit zu Jesaja 40,11.26-31: „Wie Gott sein Volk (seine Gemeinde) leitet“; in: Zwischen Hirtendienst und Management. Gemeinde leiten heute, Theologische Impulse Bd. 11, hg. v. W. Haubeck u.a., Witten 2005, 102–116.
Erwählt vor Grundlegung der Welt. Gottes Erwählung und die Lehre von der Prädestination, in: Christsein heute, 117. Jahrgang, August 2010, 18–21.
Rezensionen und Kommentare
Wolfgang Achtner, Vom Erkennen zum Handeln. Die Dynamisierung von Mensch und Natur im ausgehenden Mittelalter (Religion, Theologie und Naturwissenschaft 12). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008. In: Evangelium und Wissenschaft. Beiträge zum interdisziplinären Gespräch, 31/2010, 122–123.
Oliver Pilnei, Wie entsteht christlicher Glaube? Untersuchungen zur Glaubenskonstitution in der hermeneutischen Theologie bei Rudolf Bultmann, Ernst Fuchs und Gerhard Ebeling (Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie 52), Tübingen: Mohr Siebeck 2007, in: ThGespr 35/2011, 48–49.
Walter Klaiber, Jesu Tod und unser Leben. Was das Kreuz bedeutet, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2011, in: ThGespr 36/2012, 99–100.
Johannes von Lüpke (Hg.), Gott – Natur – Freiheit, Theologische und Naturwissenschaftliche Perspektiven, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener-Verlag 2008, in: Evangelium und Wissenschaft, 33/2012, 56.
Rebecca Klein, Sozialität als Conditio Humana. Eine interdisziplinäre Untersuchung zur Sozialanthropologie in der experimentellen Ökonomik, Sozialphilosophie und Theologie. Göttingen: Edition Ruprecht Verlag 2010, in: Evangelium und Wissenschaft, 33/2012, 56–58.
Wolfgang Alt, Ulrich Eibach, Volker Herzog, Stephan Schleim, Gunter Schütz: Lebensentstehung und künstliches Leben. Naturwissenschaftliche, philosophische und theologische Aspekte der Zellevolution. Zug/Schweiz: Verlag der Prof. Dr. Alfred Schmid-Stiftung 2010, in: Evangelium und Wissenschaft, 33/2012, 59–60.
Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte
1. Forschungsschwerpunkt Religionsphilosophie und Theologie:„Die Vermittelbarkeit zwischen Offenbarung und Vernunft – nachkantische Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft bei M. L. De Wette und J. F. Fries im kritischen Dialog mit F. H. Jacobi, J. G. Herder und F. W. J. Schelling“
Es darf als Grundzug der Religionstheorie und Theologie De Wettes gelten, dass er das unhistorische Konstrukt einer reinen Vernunftreligion seitens des theologischen Rationalismus überwinden will. Zugleich ist er im Anschluss an die Kritik der reinen Vernunft, der Kritik der Urteilskraft und der Ästhetik I. Kants, deren Intentionen er in der Brechung durch die ästhetische Religionsphilosophie von J. J. Fries rezipiert, gemeinsam mit Fries und im Unterschied zu F. H. Jacobi von der Vermittelbarkeit zwischen Offenbarung und Vernunft überzeugt und strebt eine Vermittlung von Rationalismus und Supranaturalismus an.
Die angestrebte Habilitationsschrift an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal bei Prof. Dr. Johannes von Lüpke und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Markus Buntfuß (Augustana-Hochschule Neuendettelsau) will nachkantische Verhältnisbestimmungen von Glaube und Vernunft erforschen und geht folgenden Fragen nach:
- Wie sind der Vernunftbegriff und die Funktionsbestimmung der Vernunfttätigkeit bei De Wette und Fries zwischen Herders hermeneutischer Vernunftkonzeption und Kants transzendentalphilosophischem Vernunftgebrauch (insbesondere: Kritik der Urteilskraft) zu verorten?
- Wo verlaufen die Grenzlinien in der Auseinandersetzung von Fries und De Wette mit der Kantischen Religionsphilosophie, Jacobis Philosophie des Glaubens und dem Idealismus und Pantheismus Schellings?
- Wie verhält sich De Wettes Religionstheologie zu derjenigen Schleiermachers und wie ausdifferenziert und leistungsfähig ist der Gefühlsbegriff im Vergleich zu Schleiermacher?
- Wie spiegelt sich die Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft im Gottesgedanken bzw. Gottesbegriff?
2. Forschungsschwerpunkt: Freikirchliches Amtsverständnis in ökumenischer Perspektive
Das Amtsverständnis darf als „das zentrale, unüberwunden kontroverse Thema der ökumenischen Diskussion“ (I. U. Dalferth) gelten. Ein ausdifferenziertes Pastorenbild ergibt sich nur unter Beachtung und Verschränkung historischer, empirischer, normativer und handlungsbezogener Perspektiven.
Was sind die Grundkoordinaten für ein freikirchliches Pastorenverständnis? Wie ist es zwischen Personalität, Professionalität, Funktionalität und Apostolizität zu verorten und was kann ein freikirchliches Pastorenverständnis in den ökumenischen Diskurs einbringen?
3. Arbeitsbereich: Schöpfungstheologie in dogmatischer und ethischer Perspektive
In Zusammenarbeit mit dem Gesprächskreis für Theologie und Naturwissenschaften an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel und der Karl-Heim-Gesellschaft wird das Verhältnis von Gottes Weltwirken und religiöser Welterfahrung bzw. die Verhältnisbestimmungen von religiöser Innenerfahrung und kausaler Weltordnung untersucht der Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften geführt.
Damit soll ein Beitrag zu der Debatte um das Verhältnis des umfassenden Charakters des Wirklichkeitsverständnisses des christlichen Glaubens und die grundlegende Perspektivendifferenz zwischen Theologie als religiöser Sinndeutung und (natur-) wissenschaftlicher Welterklärung geliefert werden.
4. Arbeitsbereich: Theologische Hermeneutik
Wenn die systematische Theologie ihr Verhältnis zu den exegetischen Disziplinen zu bestimmen sucht und deren neuere Entwicklungen zu beobachten versucht, so stellt sich ihr immer auch die Frage, wie sie selbst das Schriftprinzip reformatorischer Theologie heute wahrzunehmen gedenkt. (Vgl. dazu J. Lauster, Prinzip und Methode. Die Transformation des protestantischen Schriftprinzips durch die historische Kritik von Schleiermacher bis zur Gegenwart, Tübingen 2004.)
Wie können Bibelfrömmigkeit und historisch-wissenschaftliche Schriftauslegung konstruktiv miteinander verbunden werden? Worin liegt die Leistungsfähigkeit historischer Auslegung und wie kann diese mit dem berechtigten Anliegen einer geistlichen Exegese verbunden werden? Wie gehören Gotteswort und Menschenwort in den biblischen Texten zusammen?