Theologische Hochschule » Publikationen » Theologisches Gespräch

Theologisches Gespräch

Das THEOLOGISCHE GESPRÄCH bietet theologische Aufsätze, Rezensionen, Predigten und Leseempfehlungen in allen theologischen Disziplinen von Autoren, die in der Regel einen freikirchlichen Hintergrund oder Bezug haben oder zu einem freikirchlichen Thema schreiben. Das Theologische Gespräch gibt es seit 31 Jahren. Zielgruppe des Heftes sind vor allem Pastorinnen und Pastoren, Theologiestudierende und theologisch Interessierte.
(www.theologisches-gespraech.de)

Die Zeitschrift wird mitherausgegeben von unseren Dozenten Prof. Dr. Andreas Heiser und Prof. Dr. Markus Iff.

Vorgestellt: Theologisches Gespräch 3/2015 - Thema: "Migration und Mission – Gemeinsam leben"

Inhalt

Aufsätze

Michael Nausner: Wagnis an der Grenze. Reflexionen zur Mission im postkolonialen Kontext
Michael Kißkalt: Interkulturelle Sensibilität lernen. Eine besondere Aufgabe für Kirchen und Gemeinden
Thomas Klammt: „Fünf Sprachen der Liebe im Umgang mit Fremden“. Ein kleiner Sprachkurs mit persönlichen Anmerkungen zum Thema Migration und Integration

Predigt
Gerhard Neumann: Predigt zum Thema „Die Schuldfrage“ oder „Die Geschichte geht weiter und Gott bleibt drin“ (1. Mose 3,6-13)
Kommentar zur Predigt von Gerhard Neumann (Julius Steinberg)

Rezensionen

Vorwort zur Ausgabe

Migration und Mission – Gemeinsam leben

In den vergangenen Monaten hat die Anzahl von Flüchtlingen, die sich auf den Weg aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa machen, deutlich zugenommen. Umso wichtiger ist das Thema dieser Ausgabe des Theologischen Gesprächs, denn jenseits der aktuellen Fragen von Kirchenasyl und politischen Entscheidungen über „Kontingente“ in den europäischen Staaten, stellt die Begegnung mit Menschen, die in die „eigene“ Kultur immigrieren, eine Herausforderung in theologischer und persönlicher Hinsicht dar.

Michael Nausner, Professor für Systematische Theologie an der methodistischen Theologischen Hochschule Reutlingen, hat einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der interkulturellen Theologie. Er kommentiert in seinem Beitrag das letzte große Missionsdokument des Weltrats der Kirchen „Gemeinsam für das Leben“. Zugleich zeigt er, wie stark der Einfluss einer postkolonialen Perspektive auf die Missionswissenschaft und einige Themen der Systematischen Theologie ist und wie fruchtbar diese ist.

Michael Kißkalt, Professor für Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der baptistischen Theologischen Hochschule Elstal, wurde 2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zum Thema „Das Tagebuch des Richard E. Mbene und sein missionshistorischer Kontext“ promoviert. Er reflektiert die Dynamiken interkultureller Begegnungen, die ihm auch persönlich durch Erfahrungen in Europa und Afrika bekannt sind, wissenschaftlich vor dem Hintergrund des interkulturellen Modells des amerikanischen Pädagogen Milton Bennett. Die sechs Stufen, die nach Bennett jeder Mensch in der Begegnung mit einer fremden Kultur durchlaufen müsse, versteht Kißkalt als Brücken und empfiehlt sie als Standortbestimmung, von der ausgehend man Schritte interkulturellen Lernens gehen kann.

Pastor Thomas Klammt stand sieben Jahre als theologischer Lehrer im Dienst der Europäisch Baptistischen Mission International (EBM) in Südafrika. Seit 2015 ist er Referent für Integration und Migration im Dienstbereich Mission des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Aufgrund seiner interkulturellen Erlebnisse reflektiert er eigene Erfahrungen im Umgang mit Fremdheit und gibt vielfältige Hinweise zum Umgang mit Fremden mit Hilfe des Modells der fünf Sprachen der Liebe von Gary Chapman.

In der Predigtwerkstatt wird ein „Werkstück“ vom Baptistenpastor in Zürich Gerhard Neumann zum sogenannten Sündenfall von Genesis 3 präsentiert. In Augenschein nimmt die Predigt der Alttestamentler der Theologischen Hochschule Ewersbach (Bund Freier evangelischer Gemeinden) Julius Steinberg. In der Bibel begegnet dem Leser häufig eine fremde Kultur, so dass auch das Verständnis der biblischen Texte durch die Aufsätze dieser Ausgabe angeregt werden kann.

Michael Rohde


Rezension

Neues Theologisches Gespräch zum Thema „Migration und Mission – Gemeinsam Leben“

Hand auf´s Herz – viele tun sich schwer mit den Einwanderern, die seit Jahren in unser Land kommen. Auch die Anzahl der Gemeinden, die interkulturell aufgestellt sind, ist in Deutschland vernichtend gering. Und kommen „Fremde“ in die eigene Gemeinde, so tun wir uns schwer sie zu integrieren. Dagegen werden unsere Städte immer bunter. Und auch unser Bewusstsein, für die vielen „Fremden“ unter uns verantwortlich zu sein, wächst. Wenn man da bloß wüsste wie man jene Grenzen überwindet, die die Andersartigkeit der Kulturen unter uns zieht. Eine großartige Hilfe für theologisch interessierte Leser bietet in dieser Hinsicht die neueste Ausgabe des „Theologischen Gesprächs“. Sie finden hier eine hervorragende Einführung in das Thema „Mission an den Grenzen von Kulturen“ des methodistischen Theologen Michael Nausner, der deutlich macht, das gerade da, wo sich unsere Kulturen begegnen, jener Raum entsteht der bestens für den missionarischen Dialog und Verkündigung geeignet ist. Der Artikel nimmt die Angst vor der Begegnung mit dem Anderen und macht Mut missionarisch aktiv zu werden. Michael Kisskalt, ein erfahrerer Kamerunmissionar und Professor für Missionswissenschaft und interkultureller Theologie, stellt in seinem Artikel Wege zum Erlernen interkultureller Sensibilität dar und Thomas Klammt, Referent für Integration und Migration im BEFG, benennt praktische Wege wie wir dem Fremden unsere christliche Liebe zeigen können. Alles in allem ein sehr gelungenes Heft und für jeden theologisch gebildeten Leser unbedingt zu empfehlen.

Prof. Dr. Johannes Reimer, Professor für Missionswissenschaft an der Theologischen Hochschule Ewersbach

22. Juli 2015 | 0 Kommentare |